Schwerpunkt

Gemeinsam stark für die Zukunft

Ein ganz persönliches Grußwort von Adrian Dittrich

Adrian Dittrich ▪ Bild: Hauke-Christian Dittrich

Zwei Drittel unseres Lebens haben wir als junger Erwachsener in der Schule verbracht, wenn wir unseren Abschluss in der Tasche haben. Ziemlich genau zwölf Jahre lang werden wir groß in dem behüteten Umfeld der Schule, wir lernen und haben Spaß. Vor allem aber ist das Leben in dieser Entwicklungsphase zuverlässig und schon für uns geplant. Wir wissen jederzeit, was wir am nächsten Tag machen werden – ja, wir wissen sogar schon, was uns im nächsten Jahr erwartet. Grundsätzliche Entscheidungen über unseren Lebensinhalt müssen wir in dieser Zeit noch nicht treffen.

Mit dem Abschluss ändert sich das schlagartig. Plötzlich wird man zu seinem eigenen Lebensgestalter. Die Zukunft liegt in der eigenen Hand. Sie bringt Flexibilität und Chancen mit sich, aber sie überträgt auch eine große Verantwortung.

Die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium verpflichtet für die nächsten Jahre, und im Idealfall sollte sie den Grundstein legen für den Erfolg beim Erreichen der persönlichen Lebensziele. Diese Entscheidung ist nicht einfach und wird geprägt von ganz verschiedenen Faktoren: Wir sehen, was unsere Eltern machen, wir haben einzelne Berufe vielleicht schon einmal in Praktika kennengelernt und wir entwickeln über die Jahre der Schulzeit Interessen und Hobbys, die ebenfalls Auswirkungen auf die Berufswahl haben können.

In erster Linie möchten wir uns wohlfühlen mit dem, was wir machen. Doch stellt sich auch die Frage: „Was hat Zukunft?“ Vor uns liegen etwa 40 Jahre Arbeitsleben – ein langer Zeitraum, wenn man bedenkt, dass vor 40 Jahren überhaupt die ersten Computer langsam eingesetzt wurden und die Digitalisierung von Heute nicht im Ansatz vorstellbar gewesen ist.

Hinzu kommt die grundsätzliche Frage nach Ausbildung oder Studium. Und möchte ich in meiner Heimat bleiben? Oder zieht es mich in einen anderen Landesteil, vielleicht sogar ins Ausland?

Dem einen fällt seine Entscheidung leicht und er ist schnell entschlossen, die andere zweifelt und nimmt sich Zeit für ihre Entscheidung. In meinem Freundeskreis habe ich beides kennengelernt. Während die ersten – so auch ich selbst – schon wenige Monate nach dem Abitur ihren Platz in einem Ausbildungsbetrieb oder im Hörsaal gefunden hatten, arbeiteten andere als Aushilfskräfte und verschafften sich damit zeitlichen und finanziellen Spielraum für die Entscheidungsfindung oder Auszeiten auf anderen Erdteilen.

Als ich meine Entscheidung getroffen hatte, begann damit auch meine Zukunft; sie gab mir Orientierung. Ab dem Moment wusste ich, womit ich voraussichtlich die nächsten dreieinhalb Jahre verbringen werde. Ich wusste, in welche Richtung ich gehen möchte. Aber ich habe auch darüber nachgedacht, was sein würde, wenn ich mich nicht wohl fühle in meinem Studium. Dann müsste ich mich wieder umorientieren – Neudenken – und stünde wieder vor denselben Fragen.

Zukunft ist eben oft Erwartung und Hoffnung. Und manchmal wird diese auch enttäuscht und wir stehen vor der erneuten Herausforderung, die richtige Entscheidung für einen neuen Weg in die Zukunft zu treffen.

In dieser wegweisenden Lebensentscheidung habe ich gemerkt, wie wichtig viele verschiedene Erfahrungen und eine gute Grundausbildung sind. Sie helfen uns, Möglichkeiten kennenzulernen und zu bewerten, erweitern den Horizont und bilden unseren Charakter. Am Ende fühlen wir uns dadurch sicherer in dem, was wir entscheiden und tun.

Die VHS ist ein unverzichtbarer Teil des städtischen Bildungs- und Kulturlebens, welches genau diese Basis ermöglicht. In dem vielfältigen Angebot kann sich jeder wiederfinden und damit seinen Interessen oder auch neuen Wegen nachgehen. Zusammen etwas Neues zu lernen, sich auszutauschen und einfach mal umzudenken, macht Spaß und bietet einen Austausch zwischen Menschen unterschiedlichster Charakter und Generation. Wir machen uns gemeinsam stark für die Zukunft. Und die beginnt schon heute!

Ihr
Adrian Dittrich
Adrian Dittrich (19) ist Oldenburger und studiert nach seinem Abitur 2019 an der Liebfrauenschule Betriebswirtschaftslehre im dualen Studium. Für die NWZ-Rubrik „Freitag für Meinung“ schreibt er Meinungsbeiträge zum Zeitgeschehen.