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2. Februar – 16. Juni 2017, 4. Etage

Ob Malerei, Installation, Objekt oder auch Fotografie – in Haukes Arbeiten kann der Betrachter in Phantasiewelten eintauchen. Die Natur ist allgegenwärtig: Blumen, Bäume und Wurzeln, Efeuranken und Blätter bilden die eigentümlichen Landschaften und Räume. Die Tiere und Menschen wirken entrückt und wie Figuren aus Märchenwelten. Fast immer scheinen die Subjekte entfremdet und auf der Suche nach Etwas. Ein Dialog findet, wenn überhaupt nur indirekt mit der Umwelt oder zwischen Mensch und Tier statt. Der Andere wird vergeblich gesucht.

Ein unkonventioneller Mix aus Collage und Ölmalerei – es sind dicke Lackflecken zu finden ebenso wie Fragmente aus Büchern und Servietten – zeichnet ihre Arbeiten aus. Die Mischtechnik, stets farbenprächtig, teils grell, bildet so einen Kontrast zu den eher melancholischen Inhalten und Anderswelten.

Der Baum ist in ihren Arbeiten zentrales Symbol. „Die Künstlerin hat den Mythos nicht illustriert, sondern das Baummotiv auf vielfältige Weise variiert und dabei die Medien gemischt. Die Malerei scheint zu dominieren, aber fotografische Elemente und Fundstücke aus Papier befremden und verfremden den malerischen Eindruck. So vollzieht sich in den Bildern ein unaufhörlicher Veränderungs­prozess, obwohl viele Details benennbar scheinen. Es gelingt Hauke, selbst die fotografischen Elemente in den Bildern so zu verwandeln, dass sie zuweilen als malerische Formen angesehen werden.“ (Zitat Dr. J. Weichardt).

Baumwelten/Weltenbäume

Nachdem die Asen den Ur-Riesen Ymir getötet haben, schaffen sie, dem Mythos nach, aus seinem Leichnam alle existierenden Dinge. Die Weltesche Yggdrasil ist der erste Baum, den sie pflanzen. Er ist der größte und prächtigste Baum der Erdengeschichte. Seine Zweige überschatten die neun Welten und wachsen über den Himmel. Auf der Spitze befindet sich ein Adler ohne Namen. Zwischen den Augen des Adlers sitzt ein Habicht, der Vedrfölnir genannt wird.

Yggdrasil hat drei große Wurzeln, von denen eine nach Jötunheim, dem Land der Riesen, wächst, wo sich auch Mimirs Brunnen befindet. Die andere Wurzel führt in das nebelige Niflheim nahe der Quelle Hvergelmir, wo der Neid-Drache Nidhogg (Nidhöggr) an ihr nagt. Die dritte Wurzel findet sich in der Nähe von Asgard. Das Eichhörnchen Ratatöskr klettert immer zwischen Baumspitze und Wurzeln hin und her und verbreitet dabei üble Nachrede vom Adler bis zum Neiddrachen. Vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathror fressen die Knospen der Weltenesche ab. Die zwei Schlangen Goin und Moin, die von Grafwitnir (Grabeswolf) abstammen, nagen an den Wurzeln von Yggdrasil.

Unter den Zweigen Yggdrasils halten die Götter Gericht. Am Fuße Yggdrasils findet sich die Quelle der Urd, an der die drei Nornen ihren Sitz haben, die drei Schicksalsgöttinnen Urd, Werdandi und Skuld, die das Schicksal der Menschen und Götter weben, wobei Urd für die Vergangenheit, Werdandi für die Gegenwart und Skuld für die Zukunft steht. Wenn Yggdrasil zu beben (oder zu welken) beginnt, naht das Weltenende Ragnarök.

Zur Künstlerin

  • 1968 Geboren in Duisburg
  • 1991 – 1993 Studium Germanistik, Politikwissenschaft, Kunst, Anglistik in Oldenburg
  • 1994 Kunsttherapie in Ottersberg
  • 1995 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Bremen
  • 2002 Diplomprüfung
  • 2003 Meisterprüfung
  • seit 2014 Studium Erziehungswissenschaften/Pädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Ausstellungen (Auswahl)

1999 Einzelausstellung im VW Werk Wolfsburg
2000 Städt. Museum Gelsenkirchen, Ausstellungsteilnahme zum Karl-Schwesig-Preis für Malerei
  kjubh, Kunstverein Köln, small SIZE mixed
2001 10 Jahre Weserburg, Bremen
2007 Elbart, Kunst im Alten Elbtunnel, Hamburg
2010 November, Ausstellung im Pressehaus der NWZ Oldenburg Galerie im Foyer
2011 Wettbewerb „Nimm dir das Leben – Lebe!“ OLB, Oldenburg
2016 Ausstellung Hermann-Bonnus-Haus Osnabrück

Impressionen der Ausstellungseröffnung

Kooperationspartner

BBK, Bezirksgruppe Oldenburg im Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e. V.

Kooperationspartner und Förderung

Freundeskreis Bildende Kunst Oldenburg e. V.