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Melancholie in Schwarz-Weiß. Gisbert Kleinhalz zum 75.

19. April - 18. Oktober 2024 , 3. Etage

Über 40 Jahre lang hat der Photograph und Reprograph Gisbert Kleinhalz als Dozent für Fotografie an der Volkshochschule Oldenburg gewirkt. Mehrere Generationen von Fotoschülerinnen und -schülern haben bei ihm das grundlegende Handwerkszeug zum guten Foto erlernt. Er hat das Fotolabor im Kulturspeicher in der Wallstraße aufgebaut und nach dem Umzug der VHS in die Karlstraße noch zahlreiche Gestaltungskurse und Foto-Exkursionen durchgeführt.

In diesem Jahr, am 18. April 2024, wäre Gisbert Kleinhalz 75 Jahre alt geworden. Anlass genug, sein eigenes fotografisches Schaffen in Erinnerung zu rufen. Wie er es in seinem Unterricht vermittelt hat, waren ihm auch für seine eigene Arbeit die Grundlagen der Bildgestaltung, das bewusste Sehen und Gestalten und die Beherrschung der Kameratechnik maßgeblich. Sein Schaffen umfasst Porträt-, Akt-, Landschafts-, Industrie- und Architektur-Fotografie sowie politische Bildreportagen. Insbesondere die Schwarzweiß-Fotografie, Verfremdungstechniken und die Arbeit im eigenen Schwarzweiß-Labor nehmen einen großen Raum in seinem Werk ein.

In der aktuellen Ausstellung werden vor allem Aufnahmen gezeigt, die Gisbert Kleinhalz in den Jahren 1995 bis 2000 in Mecklenburg-Vorpommern gemacht hat. „Mc Pom“, wie er es selbst gerne genannt hat, bot ihm auf seinen privaten Exkursionen eine Fülle von Motiven. Nach der Wende fanden sich hier noch viele Spuren aus dem sozialistischen Alltag in der DDR sowie viel alte Bausubstanz, die wenig später abgerissen oder renoviert worden ist. „Schönheit im Verfall“ könnte der Untertitel zu dieser Ausstellung lauten. Denn die im Verfall begriffenen Strukturen boten sich für die Schwarzweiß-Fotografie förmlich an. In ihrem morbiden Charme vermitteln die Bilder eine Melancholie, die im Auge des Fotografen als Betrachter eine besondere Art von Schönheit ausstrahlt.


Der Künstler

Gisbert Kleinhalz (1949 - 2018) wurde im Herzen des Ruhrgebietes in Wanne-Eickel geboren und lebte seit Anfang der 70er Jahre in Oldenburg. Sein frühes Interesse an der Fotografie vertiefte er durch Fachliteratur und die Ausbildung zum Fotografen. Als Dozent für Fotografie war er über 40 Jahre lang an der Volkshochschule Oldenburg tätig. In den 80er Jahren arbeitete er als Bildreporter für den „Pulverturm – Zeitung der DKP Oldenburg“. Er baute die Fotostelle des Universitätsverlages der Bibliothek an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg auf und leitete sie über 20 Jahre.

Vita

  • Geboren am 18. April 1949 in Wanne-Eickel („Kohlenpott“/Ruhrgebiet)
  • Lebte und arbeitete in Oldenburg seit 1972
  • 1962 Beginn mit fotografischen Arbeiten
  • 1980 Abschluss der Ausbildung zum Fotografen
  • 1982 - 2005 Leiter der Fotostelle des Universitätsverlages der Bibliothek an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • 1972 - 2018 Dozent für Fotografie an der VHS Oldenburg
  • Gestorben am 25. März 2018 in Oldenburg

Ausstellungen

  • Zürich, Kantonsbank
  • Berlin, Fun Factory Gallery
  • Oldenburg, VHS Oldenburg
  • Hude, Burgmannshof Hurrel

Impressionen der Ausstellungseröffnung

Rahmenprogramm

17.07.24 15:51:31