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Schwerpunkt 2017

„Woran glaubst du?“ war in Anlehnung an das Luther-Jahr unser Schwerpunktthema für das Jahr 2017. Dabei ging es nicht nur um Glaubensfragen im herkömmlichen Sinn, sondern um Fragen, die für uns und unser Leben von Bedeutung sind. Die Antworten auf diese Fragen konnten nicht abschließend sein, sondern sollten Wege aufzeigen für die persönliche Entwicklung in Familie, Beruf oder Freizeit und die Grundlagen unserer gesellschaftlichen Werte bewusst machen.

Dabei konnen Sie sich mit Ihren Gedanken im Rahmen der Fadeninstallation „Woran glaubst du?“ einbringen. Wir luden Sie dazu ein, Ihre Glaubenssätze oder Überzeugungen am Netz der Künstlerin Beate Lama mitzuteilen. Die Antworten waren so vielfältig, wie das Leben in Oldenburg. Zusammen mit Porträts 14 Oldenburger*innen wurden sie im Buch „Woran glaubst du? Denkanstöße zum Miteinander in Oldenburg“ festgehalten. Die CEWE Stiftung & Co. KGaA und die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg unterstützen das Projekt.

Bei einer Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater waren Schauspieler Jens Ochlast, Regisseur Peter Hailer und Dramaturgin Daphne Ebner im März zu einer szenischen Lesung mit anschließender Diskussion im VHS-Haus zu Gast. Die Akteur*innen gaben Einblicke in den Entstehungsprozess und die Motivation, den umstrittenen Roman „Unterwerfung“ des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq als Theaterstück zu inszenieren. Houellebecq vollzieht darin ein Gedankenspiel um die fließenden Grenzen zwischen Demokratie und Extremismus. Die Literaturwissenschaftlerin Prof. Sabine Doering moderierte das Gespräch.

Wie lässt sich das Miteinander im gesellschaftlichen und kulturellen Leben unserer Stadt gestalten? Über 70 Gäste im Publikum waren zu Gast, als Moderator und Journalist Gerhard Snitjer in der Talkrunde mit seinen Gästen Dagmar Sachse (Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg), Christian Firmbach (Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters), Dieter Holzapfel (Präsident des Deutsches Rotes Kreuz Landesverbands Oldenburg) und Lars Reckermann (Chefredakteur der Nordwest-Zeitung) sehr persönlich über ihre Werte und Überzeugungen sprach.

Teil des Schwerpunktes waren mehre Autor*innenlesungen. Der Fernsehjournalist und ehemalige Nah-Ost-Auslandskorrespondent Jörg Armbruster las aus seinem Buch „Willkommen im gelobten Land? Deutschstämmige Juden in Israel“. Ausgewählte Passagen gaben Einblicke in bewegende Geschichten und Lebensläufe jüdischer Emigrant*innen, die sich auf der Flucht aus Nazi-Deutschland auf die Suche nach einer neuen Heimat in Palästina machten und die ihre Nachkommen bis heute prägt. Der Berliner Journalist und Autor Hajo Schumacher las aus seinem Buch „Solange du deine Füße auf meinen Tisch legst...“ und erzählte erfrischend offen von den Fährnissen des Familienlebens mit Söhnen zwischen 12 und 23. Was tun, wenn textile Neuanfänge in der Pubertät die Wäscheberge erhöhen? Wenn aus der Familienkonferenz eine One-Man-Show wird? Kann Lego geordnet werden? Anhand ihrer Familiengeschichte – der Großvater war in seiner Jugend als Zwangsarbeiter 20 Jahre lang den Misshandlungen durch Maos Kulturrevolution ausgesetzt – führte die chinesische Autorin Xifan Yang in der Lesung ihres Buches „Als die Karpfen fliegen lernten“ durch die Entwicklung Chinas von der Kulturrevolution über die westlicher orientierte Jugend und Studentenproteste der 1980er bis hin zur heutigen Wirtschaftsmacht.

Mit dem VHS|Kompass „Woran glaubst du? Denkanstöße zum Miteinander in Oldenburg“ wurde das Schwerpunktthema abgerundet. Gastredner war der Tagesschau-Journalist und Bestsellerautor Constantin Schreiber.