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Aktuelle Neuigkeiten unserer Volkshochschule.

Bauchweh - Bindung - Bildung

Zweiter Fachtag zum Thema Schulabsentismus der VHS Hatten+Wardenburg

Es gibt in fast jeder Klasse Kinder, die nicht zur Schule gehen wollen oder können. Sie fehlen oft, sie beteiligen sich nicht am Unterricht oder am sozialen Austausch, weil sie Angst haben, unter Druck stehen, gemobbt werden ....  und davon krank werden.
Wie Schüler*innen, Eltern und Schulen bei dieser Problematik unterstützt werden können, war Thema des Fachtags „Schulabsentismus in der Primarstufe – Ursachen. Einschätzungen. Perspektiven.“, der am 24. November in den Außenstellen der VHS Hatten+Wardenburg in Kichhatten stattfand.

Für einen Fachvortrag begrüßte die VHS Hatten+Wardenburg Prof. Dr. Anke Spies vom Insititut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Fachbereich Erziehungswissenschaften Schwerpunkt Pädagogik und Didaktik der Elementar- und Primarbildung. Sie hob hervor, dass es wichtig ist, möglichst früh anzusetzen, damit sich Vermeidungstendenzen nicht verfestigen. Denn gerade bei Grundschulkindern liegen die Ursachen für die Schulprobleme meist bei den Eltern und dem sozialen Umfeld.  In diesem Sinne wird Schulvermeidung als Lösung für ein ganz anderes, familiäres, soziales oder psychisches Problem erlernt.  Da helfen auch Versäumnisanzeigen und Geldstrafen nicht, im Gegenteil, sie verstärken die ohnehin schon komplexen Ursachen noch. Prof. Dr. Spies begrüßte daher auch, dass sich zunehmend mehr Bewusstsein dafür entwickelt, dass sich diese Tendenzen schon in der Grundschule abzeichnen, oft bereits im Kindergarten. Sie zeigte Ansätze auf, wie Schulen und Hilfestrukturen durch Bindung und Aufklärung unterstützen können.

Um möglichst früh anzusetzen und präventiv handeln zu können, haben sowohl der Landkreis Oldenburg wie auch die Stadt Oldenburg ihre Konzepte gegen Schulabsentismus seit Juli 2022 um die Grundschüler*innen erweitert. Seit drei Jahren kümmert sich die VHS Hatten+Wardenburg im Auftrag des Landkreises Oldenburg um diese Schüler*innen und ihre Eltern – zunächst mit dem Projekt JustiQ, heute mit dem Projekt BOJE (Beratung und Orientierung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Ziel ist es, die Situation zu analysieren und einen Weg zurück zum regelmäßigen Schulbesuch zu finden.
Das „Team Wendehafen“ der Stadt Oldenburg stellt sich dieser Problematik mit einem erweiterten Konzept, das Teamleiter Boris Rech vorstellte. Er beobachtet, wie BOJE im Landkreis Oldenburg, dass der Bedarf in den Grundschulen vorhanden ist und mit zunehmender Bekanntheit die Beratung und Unterstützung angenommen wird. Dirk Bald von der BOJE-Koordinierungsstelle moderierte die Veranstaltung.  Er ist für die Meldung der Schulversäumnisse zuständig und steuert die betroffenen Schüler*innen zu BOJE.

Es war der zweite Fachtag in Kirchhatten und er ermöglichte wieder einen  wichtigen und interkommunalen Fachaustausch. Deshalb ist eine dritte Auflage im nächsten Jahr bereits in Planung.

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Anne Bohlen, Leiterin VHS Hatten+Wardenburg, Martin Ahlrichs, Leiter Jugendamt Landkreis Oldenburg, Boris Rech, Leiter Team Wendehafen Oldenburg, Prof.Dr. Anke Spieß, Universität Oldenburg und Dirk Bald, Koordinierungsstelle BOJE, Landkreis Oldenburg.
V. li.: Anne Bohlen, Leiterin VHS Hatten+Wardenburg, Martin Ahlrichs, Leiter Jugendamt Landkreis Oldenburg, Boris Rech, Leiter Team Wendehafen Oldenburg, Prof.Dr. Anke Spieß, Universität Oldenburg und Dirk Bald, Koordinierungsstelle BOJE, Landkreis Oldenburg. Bild: VHS Hatten+Wardenburg
03.02.23 15:54:17